Psychotherapie

Dynamische Gruppenpsychotherapie ist eine Methode sie sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting Anwendung findet.

Der Mensch ist vom ersten Lebenstag an von Menschen in seiner/ihrer Umgebung abhängig und geprägt. Die ersten Gruppenerfahrungen machen die meisten Menschen in der Kernfamilie. Im Lauf des Lebens kommen die erweiterte Familie, Angehörige und Freunde der Familie, Kindergartengruppen, Schule, Arbeit, Peergroups dazu.  In all diesen Begegnungen gestalten wir unsere Beziehungen, und die dabei gemachten Erfahrungen wirken im einzelnen Menschen weiter. Aus positiven und negativen Erfahrungen ziehen wir Konsequenzen für unser weiteres Leben.

Jeder Mensch trägt die Gruppe in sich und kann nicht unabhängig von eigener Sozialisation und Erfahrung agieren. Im Lauf des Lebens bilden sich Beziehungs- und Verhaltensmuster heraus, welche die Kontakte und Begegnungen im „Hier und Jetzt“ entscheidend beeinflussen. Wir schreiben anderen Menschen aufgrund eigener Lebens-Erfahrungen Eigenschaften und Verhaltensweisen zu, z.B. wenn wir bestimmte Gesten oder einen besonderen sprachlichen Ausdruck hören. Diese sind dann positiv oder auch negativ besetzt, und beeinflussen unseren weiteren Umgang mit der betroffenen Person, dies beeinflusst unser Rollenverhalten und unsere Befindlichkeit, kann Freude aber auch Wut, Ängste und Unwohlsein auslösen.

Gewisse persönliche Eigenschaften und Rollen werden uns von Kindheit an zugeschrieben, z.B. die Unberechenbare, der Traurige, der Lustige, die Ausgeglichene, der Schwierige, die Empfindliche und einige andere. Viele Faktoren spielen zusammen wann und ob wir solche Rollen übernehmen. Möglichst viele unterschiedliche Rollen übernehmen zu können und diesbezüglich flexibel zu sein ist eine gute Grundlage für ein ausgeglichenes Leben. Manchmal verengt sich das Leben, und wir können nur mehr ganz wenige zugewiesene Rollen übernehmen, dann kann es Zeit sein sich auf einen psychotherapeutischen Prozess einzulassen.

In der Therapie sprechen wir über Beziehungsmuster und Zuschreibungen, bzw. erleben sie im geschützten Raum der Therapie, und denken gemeinsam darüber nach wann solche Verhaltensmuster im Laufe des Lebens Sinn machten, oder machen und erproben neue und andere Einstellungen und Verhaltensweisen.

Manchmal zeigen sich destruktive Verhaltensmuster in ständig wiederkehrenden zerstörerischen Beziehungen oder der Körper zeigt Krankheitssymptome oder es kommt zu unerklärlicher Panik und Angstzuständen, die scheinbar ohne Grund auftreten. In der Dynamischen Gruppenpsychotherapie definieren wir auch Krankheit als Rolle. Eine unter vielen möglichen. Die Beschäftigung mit dem eigenen „So sein“ erfordert meist auch eine Konfrontation mit sehr unangenehmen Gefühlen wie Neid, Trauer, Wut und Ekel. Im Laufe der Therapie können sich Symptome manchmal verstärken, dies ist ein Zeichen dass der Therapieprozess wirkt. Diese Symptome müssen in der Therapiestunde von Ihnen thematisiert und zugeordnet werden um verändert werden zu können. Was auch immer das Symptom ist, es hat einen Sinn und eine Aussagekraft für ihr Leben, und in der Therapie kommen wir gemeinsam darauf was es bedeutet. Erst dann können sie es wieder loslassen, und es ist Platz für Neues. Erste Veränderungen in ihrem Verhalten werden meist zuerst von den Anderen bemerkt durch das Feeback der Umgebung verändert sich auch das Selbstbild, und damit manchmal der weitere Lebensweg und die Beziehunggestaltung in einem positiven Sinn.

Dauer

Es kann kaum vorhergesagt werden wie lange ein Therapieprozess dauern wird. Entwicklung braucht immer Zeit. Wir bestimmen gemeinsam wann eine Therapie in die Abschlussphase geht, und beenden den Therapieprozess gemeinsam mit einem Abschlussgespräch.

Auch bei kurzen Therapie Prozessen oder wenn sie die Therapie vorzeitig beenden wollen ist ein Abschlussgespräch unbedingt notwendig!